
Mieterstrom bezeichnet die direkte Versorgung der Bewohner eines Gebäudes mit Strom, der vor Ort erzeugt wird – in der Regel mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Nutzer profitieren von günstigem, sauberem Strom und gewinnen gleichzeitig ein Stück Unabhängigkeit vom allgemeinen Energiemarkt. In diesem Beitrag erklären wir, was das Mieterstrommodell auszeichnet – und welche verschiedenen Wege es gibt, ein solches Projekt in der Praxis umzusetzen.
Wie funktioniert Mieterstrom konkret?
Der Clou am Mieterstrommodell: Der sogenannte Mieterstromlieferant tritt als Vollversorger auf. Das bedeutet: Die Bewohner erhalten nicht nur den günstigen Solarstrom vom eigenen Dach, sondern auch automatisch den benötigten Reststrom aus dem Netz, z. B. in der Nacht oder bei schlechtem Wetter. Alles aus einer Hand, mit nur einem Vertrag.
Ein weiteres zentrales Merkmal von Mieterstromprojekten ist die verbrauchsgerechte und individuelle Abrechnung für jede Wohneinheit. Das bedeutet: Jeder Haushalt behält seinen eigenen Stromzähler – meist in Form moderner Smart Meter, die den Strombezug genau erfassen.
Alles aus einer Hand, mit nur einem Vertrag.
Betriebsmodell und Umsetzung
Zwei zentrale Aspekte bestimmen, wie ein Mieterstromprojekt realisiert wird: Das Betriebsmodell und die gewählte Umsetzung.
1. Das Betriebsmodell regelt:
- Wer bezieht den Strom?
- Wie wird gemessen?
- Wie wird abgerechnet?
2. Das Umsetzungsmodell beschreibt:
- Wem gehört die PV-Anlage?
- Wer betreibt sie?
- Wer liefert den Strom und übernimmt die Abwicklung?
Flexible Umsetzung: So individuell wie Ihr Projekt
Mieterstrom lässt sich auf unterschiedliche Weise umsetzen – je nachdem, welche Rolle die Eigentümer übernehmen möchten und wie viel Verantwortung sie intern abbilden können oder möchten.
Der Eigentümer kann sich entscheiden, alle Aufgaben und Rollen selbst zu übernehmen – von der Finanzierung und Betrieb der PV-Anlage über die Strombelieferung bis hin zur Abrechnung. Ebenso möglich ist der entgegengesetzte Weg: Alle Leistungen werden an einen externen Partner ausgelagert, der sich um Planung, Installation, Betrieb, Abrechnung und gesetzliche Pflichten kümmert.
Mieterstrom lässt sich auf unterschiedliche Weise umsetzen – je nachdem, welche Rolle die Eigentümer übernehmen möchten und wie viel Verantwortung sie intern abbilden können oder möchten.
Dazwischen gibt es viele Mischformen: Eigentümer investieren zum Beispiel in die Anlage, während ein externer Dienstleister den technischen Betrieb übernimmt und als Mieterstromlieferant auftritt. Oder auch: Die Eigentümer verpachten nur das Dach und geben das gesamte Projekt in erfahrene Hände.
Welche Struktur gewählt wird, hat direkte Auswirkungen auf:
- Wirtschaftlichkeit: Eigenbetrieb kann wirtschaftlich attraktiv sein, erfordert aber entsprechendes Know-how und administrative Kapazitäten.
- Risiko: Wer selbst betreibt, trägt technische und rechtliche Risiken – die sich durch Partnerschaften stark reduzieren lassen.
- Aufwand: Von einmaliger Entscheidung bis hin zur dauerhaften Verwaltung – der zeitliche Aufwand variiert je nach Modell erheblich.
Gerade in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) oder bei vermieteten Mehrfamilienhäusern lohnt sich daher eine gründliche Prüfung der Optionen. Je nach Zielsetzung ergibt sich ein anderes ideales Umsetzungsmodell.
Wichtig: Unabhängig von der gewählten Struktur muss das Mieterstromprojekt energierechtlich korrekt aufgebaut und betrieben werden. Externe Partner können hier nicht nur operativ entlasten, sondern auch für Rechtssicherheit sorgen.
Weiterlesen: Umsetzungsmodelle in der WEG
Hier mehr erfahren: Mieterstrom in der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG): Drei Umsetzungsmodelle im Überblick
FAQ zu Mieterstrom
- Müssen alle Bewohner Mieterstrom beziehen?
Nein. Mieterstrom ist ein freiwilliges Angebot. Jeder Bewohnerin entscheidet selbst, ob er/sie teilnehmen möchte. - Ist Mieterstrom nur für Mieter*innen gedacht?
Trotz des Namens können auch Eigentümer, die selbst in ihrer Wohnung leben, am Mieterstrommodell teilnehmen. Der Begriff ist etwas irreführend – Mieterstrom richtet sich an alle Bewohner*innen eines Hauses. - Kann ich kündigen oder wechseln?
Ja. Die Vertragsbedingungen orientieren sich an den gesetzlichen Vorgaben – das bedeutet, dass Verbraucherrechte wie Kündigungsfristen und Preisstabilität eingehalten werden müssen. - Wie wird sichergestellt, dass immer Strom da ist?
Der Mieterstromlieferant garantiert die Vollversorgung: Wenn die PV-Anlage nicht genug Strom liefert, wird automatisch Netzstrom ergänzt.

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